Das Comeback des Jahres


Vom Eise bedeckt sind Halme aus Plastik, als an diesem kalten Sonntagmorgen zwei Mannschaften den großen Kunstrasen begutachteten. Unbespielbar, so da Urteil. Somit hieß es, ab auf den kleinen Kunstrasen, bisweilen despektierlich Kinderfeld genannt. Damit musste das Traditionsspiel Rotfüchse gegen Malteser, seit gefühlten Jahrzehnten immer am mittleren Novembersonntag ausgetragen, einmal mehr auf reduziertem Feld stattfinden. Dies vorab: Das Spielniveau litt nicht darunter.
Die hoch motivierten Gegner ließen die heimischen Füchse ziemlich flott spüren, wer schon länger den Krummstock schwingt. Locker spielten sich die Mannen um Namensgeber Malte die Kugel zu und in dieser Anfangsphase verhinderte Tormann Frank das schlimmste. Ehrlicherweise durften die in ungewohnt gelbe Leibchen gewandeten Füchse sich nicht beschweren, dass die Malteser ihnen erst einmal drei Tore einschenkten. Erst allmählich schüttelten die Platzherrinnen und -herren ihre Anlaufprobleme ab und kamen besser ins Spiel. Zwei Tore von Fritjof, der sich zuvor mehrmals von seinem ehemaligen Jugendtrainer, knorriger Verteidiger beim Gegner, des Balls berauben lassen musste, brachten die Füchse wieder ins Spiel. Fortan konnten die Malteser nur noch in Standardsituationen punkten. Das war genau einmal der Fall, als der Schiri – gestellt aus Bergstedter Reihen – auf Zuruf aus dem Publikum – ebenfalls alles Bergstedter – Siebenmeter pfiff. Und das bloß, weil eine Spielerin die Kugel mit dem Fuß von der Linie gekratzt hatte! Der Schuss war drin und die Rotfüchse lagen 2:4 hinten. Aber es bleiben ja noch zehn Minuten und plötzlich schien die Mannschaft wie ausgewechselt. Mit Mut und Grandezza trafen María zweimal, Fritjof noch einmal und den Sack zuschnüren konnte der Meister der hohen Rückhand, Sebastian, in gewohnt unorthodoxer, jedoch äußerst erfolgreicher Manier. Die Malteser zeigten sich als faire Verlierer und absolvierten eine bravouröse dritte Halbzeit. Bis zum nächsten Jahr dann…

Unsere kleine Galerie huldigt heute mal der Matchwinner Frank, Fritjof, María und Sebastian.

 

Frank

Fritjof

María

Sebastian