Tai Chi Chuan

Qigong und Taijiquan –

Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die chinesischen Bewegungskünste Taijiquan und Qigong werden auch in westlichen Ländern immer bekannter und beliebter.
Auch der SV Bergstedt bietet schon seit mehreren Jahren jeden Montag Abend die Möglichkeit, diese Übungen zur Lebenspflege und Gesunderhaltung kennenzulernen und sie zu üben.

Oft besteht jedoch Unklarheit darüber, worin der Unterschied zwischen diesen beiden – uns Westlern immer etwas exotisch anmutenden – Bewegungssystemen besteht.

Richtig ist, dass beide ihren Ursprung im alten China haben und sich von dort mittlerweile in der gesamten Welt ausgebreitet haben. Wobei das Qigong mit ca. 3000 Jahren deutlich älter ist, als das Taijiquan mit einer Entstehungsgeschichte vor ca. 600 Jahren.
Dieser kulturelle Ursprung stellt eine eher äußerliche Gemeinsamkeit beider Systeme dar. Eine wesentlichere Gemeinsamkeit besteht darin, dass sich beide Übungsformen sowohl als Gesundheitsübung (den Körper betreffend) als auch als Bewegungsmeditation (Körper und Geist betreffend) verstehen,wobei Haltungs- und Bewegungsprinzipien absolut identisch sind.
Der Hauptunterschied zwischen Qigong und Taijiquan besteht nun darin, dass im Taijiquan zusätzlich zu den beiden gesundheitlichen und meditativen Wurzeln noch der kämpferische Aspekt hinzu kam. Auch wenn das Taijiquan in heutiger Zeit sehr oft vornehmlich aus gesundheitlich-meditativen Gründen praktiziert wird, gehört als eine dritte Wurzel ursprünglich auch die Kampfkunst hinzu. Diese Unterscheidung geht auch aus dem Namen hervor.
Qigong ist zusammen gesetzt aus den beiden Begriffen „Qi“ gleich Lebenskraft/Energie und „gong“ gleich Arbeit; zusammengenommen: Arbeit an der (eigenen) Lebenskraft. Das heißt, beim Qigong steht die eigene Gesundheitspflege auf körperlicher und geistiger Ebene im Vordergrund.
Taijiquan beinhaltet diese beiden Aspekte auch, zusätzlich erweitert um den Kampfkunstaspekt. Allgemein ausgedrückt geht es im Taijiquan auch darum, wie ich mit Energien umgehe, die von außen auf mich einwirken. Deshalb schließt die Beschäftigung mit dem Taijquan auch Partnerübungen mit ein.
Hier bietet das Taijiquan dem Übenden erstaunliche Erfahrungsmöglichkeiten und Lösungsansätze, die auch aus der Übersetzung des Namens hervorgehen. „Taiji“ bedeutet in diesem Zusammenhang „das höchste letztes Prinzip, das unser Universum ausmacht“ (sehr vereinfacht ist hier das Zusammenwirken von den Urkräften yin und yang gemeint) und „quan“ steht für Faust, im Sinne von kämpfen. Zusammengenommen bedeutet Taijiquan den Sinne nach: Kämpfen nach dem höchsten, letzten Prinzip.
Taijiquan ist so gesehen auch Qigong, erweitert diese Übungsform jedoch. Diese Erweiterung macht dass Taijiquan zu einem deutlich komplexeren Übungssystem, weil es auch interaktive und kommunikative Aspekte mit einschließt, die im Qigong nicht berücksichtigt werden. Wenn es in diesem Sinne praktiziert wird, kam man von Taijiquan sprechen, wenn gesundheitlich-meditative Anteile überwiegen sollte aus meiner Sicht nur von „Taiji“ gesprochen werden und das kämpferische „quan“ weglassen werden.

Um die körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und zu pflegen sind sowohl Übungen aus dem Qigong, als auch das Üben von Taijiquan hilfreich.

Beides kann Frau und Mann auch beim SVB kennenlernen. Anfängern empfehle ich zunächst mit Qigong zu beginnen und bei Gefallen auch Taijiquan auszuprobieren, hierzu besteht beim SVB immer am  Montag
Abend die Möglichkeit.